Was gehört in eine Kennzahlendefinition?
Notieren Sie Name, Fragestellung, Formel, Einheit, Zeitraum und Datenquellen. Legen Sie außerdem fest, welche Konten enthalten und ausgeschlossen sind. Für eine Personalkostenquote sind beispielsweise der Umgang mit Fremdpersonal und der verwendete Umsatzbegriff relevant. Die Definition sollte unabhängig von der jeweils berechneten Zahl lesbar sein.
Praxis: Wie verändern gleiche Zahlen ihre Bedeutung
Muster: 180.000 Euro Personalaufwand geteilt durch 600.000 Euro Umsatz ergeben 30 Prozent. Bezogen auf 300.000 Euro Rohertrag ergeben dieselben Personalkosten 60 Prozent. Beide Rechnungen sind mathematisch richtig, beschreiben aber unterschiedliche Zusammenhänge. Ohne benannten Nenner ist weder eine Bewertung noch ein Branchenvergleich belastbar.
Praxis: Wie halten Sie Änderungen fest
Vergeben Sie bei einer fachlichen Definitionsänderung eine neue Version und notieren Sie den Grund. Rechnen Sie einen Vorjahresvergleich möglichst mit derselben Definition nach. Ist das nicht möglich, kennzeichnen Sie den Bruch. Unterschiedliche Versionen sollten nicht unbemerkt als eine durchgängige Zeitreihe dargestellt werden.
Praxis: Welche Quelle muss eine Zahl begleiten
Eine Quellenangabe umfasst mehr als einen allgemeinen Website-Link: Exportdatei oder Datensatz, Stand, Zeitraum und die verwendete Position gehören dazu. Bei öffentlichen Statistiken kommen Vergleichsgruppe und Nutzungshinweise hinzu. Eigene Annahmen werden als solche bezeichnet und nicht durch eine danebenstehende amtliche Quelle aufgewertet.
Weitere Fragen aus der Praxis
Brauche ich eine Versionsnummer bei jeder neuen Berechnung?
Neue Messwerte sind nicht automatisch eine neue Formelversion. Eine Änderung der Definition oder Abgrenzung muss dagegen dokumentiert werden.
Ist Nettoumsatz immer der beste Nenner?
Nicht für jede Fragestellung. Entscheidend ist, dass der Nenner fachlich passt und Vergleiche dieselbe Definition verwenden.
Kann Kostenia eine selbst definierte Kennzahl frei programmieren?
Die veröffentlichten Rechner verwenden feste Definitionen. Ein frei konfigurierbarer Kennzahleneditor ist damit nicht zugesagt.
Passende Vertiefungen: Unternehmensanalyse: Sind Ihre Zahlen entscheidungsfähig? und Branchenbenchmark: Passt die Vergleichsgruppe wirklich?.
Quellen und Einordnung
- Kostenia: Leistungsumfang
Die beschriebenen manuellen Prüfungen und Modellannahmen sind keine Zusage eines automatischen Vollservice.
- Kostenia: Quellen und Methodik
Eigene betriebswirtschaftliche Erläuterungen und ausdrücklich fiktive Musterrechnungen, keine Kundenfälle oder veröffentlichten Marktbenchmarks.
Allgemeine Information zur rechnerischen Prüfung und Organisation. Keine Rechts-, Steuer-, Finanz-, Anlage- oder Versicherungsberatung und keine Vermittlung. Vertragsauslegung und verbindliche Entscheidungen gehören zur zuständigen Fachperson. Korrekturhinweis senden.
Praxis: Was ist der nächste Schritt
Eine klar definierte Quote berechnen. Personalkostenquote öffnen.
